Heute sicherlich eins der größeren Themen der Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland. Der erst im März als Nachfolger für Martina Klement ernannte Staatssekretär für Digitalisierung (oder Landes CDO) in Berlin Matthias Hundt tritt zurück. Seine Nachbesetzung wurde nötig, nachdem Martina Klement als Wirtschaftsministerin nach Brandenburg wechselte, nachdem dort die Koalition mit dem BSW gescheitert war und SPD und CDU eine neue Regierung gebildet hatten.
Erst vorige Woche hatte sich Matthias Hundt in 46. der Sitzung des Unterausschuss Bezirke, Personal und Verwaltung sowie Produkthaushalt und Personalwirtschaft am 20.05.2026 einen medienwirksamen Schlagabtausch mit der Leiterin des ITDZ-Berlin Dr. Maria Borelli geliefert. Dabei ging es vor allem um die Frage der Finanzsituation des Berliner IT-Dienstleisters sowie dem Vorschlag eine Untersützungsperson für Finanzfragen beim Landesdienstleister zu etablieren, was vom ITDZ Berlin als nicht notwendig erachtet wurde. Vor zwei Monaten war der Ton noch aber ein ganz anderer, zumindest auf Linkedin.
Nun also der Rücktritt, nachdem Recherchen von MDR und RBB über Insolvenzverfahren in Sachsen berichtet hatten. Bereits zu Beginn hatte Matthias Hundt keine besonders gute Presse in Teilen der Berliner Medienlandschaft.
Unabhängig von der konkreten Personalie Matthias Hundt, zeigen sich mir hier wieder zwei Muster die mich seit längerem beschäftigen. Einerseits sind wird über die Vorfälle hauptsächlich hinter Paywalls weniger Medien berichtet, hauptsächlich dem wie so oft gut informierten Tagesspiegel und andererseits zeigt die Situation, zumindest laut ITDZ Berlin, welche herausfordernde Situation die IT-Dienstleister der Länder oft einnehmen, wenn sie von der Finanzierung durch das Land abhängig sind und andererseits offenbar notwendige politische Entscheidungen nicht getroffen werden. Es bleibt spannend, welche Ergebnisse die 47. Sitzung am 17. Juni 2026 zutage bringen wird. Vielleicht wird dann auch jenseits der Paywall ausführlich dazu berichtet…